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Metropolticket Plus - Mobilität für arme Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar

Strassenbahn rnv Armut nimmt auch in unserer reichen Metropolregion zu, und für arme Menschen wird es immer schwieriger, am sozialen Leben teilzunehmen. Eine der wichtigsten Voraussetzung dafür ist es, mobil zu sein - doch genau dies können sich Menschen mit geringen Einkünften nicht leisten.
Wer eine Veranstaltung besuchen möchte, wer mit den Kindern einen Ausflug machen oder sich um eine Arbeitsstelle bemühen will, der muss mobil sein. In den Regelsätzen von Hartz IV oder Sozialhilfe sind aber weniger als 15 € im Monat für alle Fahrten vorgesehen - damit kann man nicht einmal zwei Fahrten von Heidelberg nach Mannheim und zurück unternehmen, und noch weniger reicht es für eine Zeitkarte oder gar ein eigenes Auto.
Eine günstige Monatskarte für den Verkehrsverbund können viele Bevölkerungsgruppen bekommen: Senioren (Karte ab 60), Studenten (Semesterticket), Schüler (Maxx-Ticket) oder Berufstätige (Job-Ticket). Doch gerade ärmere Menschen, die solch ein Ticket bräuchten, werden dabei nicht berücksichtigt.
Eine Initiative aus gewerkschaftlichen, politischen, kirchlichen und sozialen Gruppen und Verbänden fordert daher die Einführung eines Monatstickets für Menschen mit geringen Einkünften. Die Initiative schlägt ein Metropolticket zum Preis von 20 € im Monat vor.
Die Initiative schlägt außerdem vor, in Form des „Metropolticket Plus" freien Eintritt in Schwimmbädern, Museen und anderen Einrichtungen mit dem Verbundticket zu koppeln. Je nach Ort gibt es bereits entsprechende Vergünstigungen (z.B. Heidelberg-Pass oder Mannheimer Familienpass). Die Unterstützer der Initiative möchten aber an dieser Stelle bewusst die Stadtgrenzen überwinden und die ganze Metropolregion einbeziehen. Die Metropolregion muss auch für arme Menschen „erfahrbar" werden.
Bei einem ähnlichen Angebot in Dortmund (Mobilität für 15 €, jedoch nur im Stadtgebiet) gab es seit 1. Februar diesen Jahres bereits 8000 Anträge, was den riesigen Bedarf deutlich macht.
Die Unterstützer der Initiative „Metropolticket Plus" fordern die Städte und Gemeinden auf, sich ihrer sozialen Verantwortung zu stellen. Statt arme Menschen zu kriminalisieren (wenn sie „schwarz" fahren), sollte vielmehr versucht werden, diesem Personenkreis die soziale Integration und die Teilhabe am öffentlichen Leben in seiner ganzen Breite zu ermöglichen.