Gewählter Inhalt: 1.1: Entwicklung

Entwicklung

Der VbI hat in seiner kurzen Geschichte deutliche Veränderungen erfahren und sich von einem Frauenprojekt zu einem Dienstleister in der Beschäftigung, Qualifizierung und Vermittlung von langzeitarbeitslosen Männern und Frauen entwickelt.

Der Beginn als Verein zur beruflichen Förderung von Frauen

Mehrere engagierte Frauen aus Heidelberger Frauenprojekten gründeten im Juli 1994 den VbFF, den "Verein zur beruflichen Förderung von Frauen".

Sein Ziel war die Qualifizierung langzeitarbeitsloser Frauen. Unterstützung erhielt der junge Verein vom   Verbund für Beschäftigung, dem Zusammenschluss der Heidelberger Beschäftigungsträger. Schon im Herbst 1994 konnte der VbFF eine hauptamtliche Geschäftsführerin einstellen. Seit Anfang 1995 war der VbFF offizielles Mitglied im "Verbund für Beschäftigung".

Im Frühjahr 1995 startete bereits der erste einjährige Ausbildungskurs, in welchem eine Gruppe ehemaliger Sozialhilfeempfängerinnen zu Altenpflegehelferinnen ausgebildet werden konnte. Finanziert wurde dieser Kurs im Wesentlichen über das Sozialamt. Parallel rief der Verein einen ambulanten Pflegedienst "Frauen pflegen Frauen" ins Leben. Die Ausbildung zur Altenpflegehelferin wurde in den Folgejahren noch mehrfach durchgeführt bis das Sozialamt keine Teilnehmerinnen mehr melden konnte und somit der Kurs nicht mehr finanziert war.
 
1997 startete als weiteres Projekt die soziale Dienstleistungsagentur "1000Sassa". Hier wurden langzeitarbeitslose Frauen und Sozialhilfeempfängerinnen in einem Qualifizierungsprogramm mit hauswirtschaftlichen Themen theoretisch und praktisch geschult und beschäftigt.

Die Neuausrichtung Anfang 2000

Vor dem Hintergrund einer drohenden Auflösung sowie bedeutenden Veränderungen beim "Verbund für Beschäftigung" wurde der Verein zum 1. Januar 2000 umstrukturiert. Er erweiterte seine Vereinsziele und öffnete seine Projekte jetzt auch für Männer und andere Zielgruppen. Auch der neue Name des Vereins berücksichtigte die vollzogenen Umstrukturierungen, denn seit diesem Zeitpunkt heißt er „Verein zur beruflichen Integration und Qualifizierung e.V. (VbI).

Im Mittelpunkt stehen weiterhin Beschäftigung, Qualifizierung und Arbeitsmarktvermittlung. Die beiden Projekte des VbFF, der ambulante Pflegedienst und die Dienstleistungsagentur, wurden fortgeführt und weiter ausgebaut.

Im Auftrag der Stadt Heidelberg hatte die Arbeitsagentur als Teil des VbI die Beschäftigung und Betreuung von langzeitarbeitslosen Sozialhilfeempfängern vom Verbund für Beschäftigung übernommen. Bis zum 1. Januar 2005 wurden Sozialhilfeempfänger im Rahmen des Bundessozialhilfegesetzes beschäftigt, die bei externen sozialen oder öffentlichen Einsatzstellen arbeiteten und auch qualifiziert wurden.

Die Arbeitsagentur umfasste unter anderem auch das Projekt Mörgelgewann, in dem langzeitarbeitslose Bewohner eines sozialen Brennpunkts an der  baulichen Sanierung ihres Wohngebietes beteiligt wurden. Dieses Projekt endete 2004.

Ebenfalls vom Verbund wurde das   Stadtführerprojekt, ein Wegweiser von behinderten Menschen für behinderte Menschen, übernommen. In ihm werden die baulichen Barrieren der Stadt Heidelberg erfasst. Aus diesem Projekt entwickelte sich als eigener Bereich   WEB for ALL - Projekt für Barrierefreiheit im Internet.

Neue Tätigkeitsfelder und Projekte

Die Arbeitsagentur kümmerte sich verstärkt um die berufliche Integration von Flüchtlingen und Migranten und Migrantinnen. Hierzu gehörte als Beschäftigungsprojekt eine Fahrradwerkstatt für Asylbewerber in Wieblingen, welche 2004 aus finanziellen Gründen geschlossen werden musste. Im Mai 2005 konnte die Werkstatt unter dem Namen "Radhof Bergheim" in der Bergheimer Straße 101 wieder eröffnet werden.

Der VbI beteiligte sich darüber hinaus aktiv an zwei Projekten der europäischen Gemeinschaftsinitiative Equal, welche 2002 begannen und 2005 endeten. Zum einen im Projekt   Quasie zur Integration von Flüchtlingen, zum anderen an der Entwicklungspartnerschaft des "Rhein-Neckar-Dreiecks". Im Sommer 2003 wurde noch die Trägerschaft eines Pförtnerbüros, die "Concierge" auf dem Emmertsgrund übernommen.